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Hochsensibilität

Etwa 17 – 20 % der Weltbevölkerung sind hochsensibel.

Für die einen bedeutet es, intensiv wahr zu nehmen, Geräusche oder visuelle Details, Empfindungen wie Wärme oder Kälte. Hochsensibel zu sein, ist eher eine schöne Eigenschaft oder Gabe.

 

Für die anderen ist es eine stete Überforderung, zu viel von allem: zu viele Eindrücke, zu viele Stimmen, zu viele Gedanken ..

 

Gemeinsam haben sie, dass sie Informationen schneller aufnehmen und weniger filtern als der Rest der Bevölkerung.

 

Ein Bespiel zur Verdeutlichung

Sie treffen sich mit einer Person in einem Café in der Stadt. Während die nicht hochsensible Person sie begrüßt, sich hinsetzt und evtl. noch bemerkt, dass es recht laut ist, nehmen Sie als HSP

 

(Hochsensible Person) folgende Informationen auf:

Sie wissen, wie die Luft riecht und schmeckt in diesem Raum. Sie wissen, dass es VIEL ZU voll ist.
Sie hören die Gespräche der Nachbartische, wissen, was die Personen tragen, welche Stimmung sie haben. Sie hören die Musik im Hintergrund, wissen, ob der Kellner neue Schuhe trägt und sie ihm (nicht) passen. Sie haben die Bilder an den Wänden bemerkt und festgestellt, dass eines schief hängt und außerdem den Wunsch in sich gespürt, doch eigentlich lieber raus auf die Terrasse zu gehen, fühlen sich aber unsicher, ob Sie Ihren Gesprächspartner damit belasten dürfen.

 

Dieser möchte gerne einen Latte Macchiato trinken. Sie haben aber schon weiter hinten im Raum einen Gast gesehen, der diesen wohl nicht für gut befand. Ebenso haben Sie schon die Tür zu den WC und auch die Küche entdeckt und lauschen auf das, was Ihr gegenüber erzählt, hinterfragen das Gesagte, überlegen, wie sie dazu stehen. Bevor Sie Ihre Gedanken formuliert haben, hat er sich bereits in Rage geredet und sie versuchen, den sachlichen Inhalt festzuhalten…

 

Hochsensible Personen benötigen mehr Raum und Pausen, um die aufgenommenen Informationen entsprechend zu filtern und sie zu verarbeiten. Auch eigene Grenzen zu erkennen und diese wertschätzend anzunehmen, mehr bei sich und weniger im Außen zu sein, ist ebenfalls eine der großen Herausforderungen für HSP.

 

Leider ist unsere Zeit sehr viel fordernder geworden und so sind hochsensible Personen schnell zu überfordern. Die Nähe zum Burnout, zum Grübeln, zur Depression, Angststörungen, Schlafprobleme und auch körperlichen Problemen ist deutlich ausgeprägt.

 

Mit diesem Informationsstrudel umzugehen, die Hochsensibilität mehr als schöne Eigenschaft, besondere Gabe zu sehen, als sie als Makel anzunehmen, ist eine Aufgabe, bei der ich sie hilfreich unterstützen kann.

 

Der WDR hat einen kleinen Beitrag dazu veröffentlicht:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-aachen/video-hochsensible-menschen-100.html